Weshalb Sonnenschutz im Spätsommer und Herbst weiterhin wichtig ist

Weshalb Sonnenschutz im Spätsommer und Herbst weiterhin wichtig ist

Was du wissen solltest

UV-Strahlung aktiv
UVA-Strahlen wirken ganzjährig, auch an kühlen und bewölkten Tagen, unabhängig von der Temperatur.
Wolken und Höhenlage
Bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung durchdringen Wolken, und die Intensität steigt mit der Höhenlage.
Gefahr durch UVA-Strahlen
Die langwelligen UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein und können sie belasten.
Sonnenschutz Routine
Mache Sonnenschutz zu deiner täglichen Routine, auch in der Übergangszeit, mit passendem Lichtschutzfaktor.

Ja, Sonnenschutz ist auch im Herbst oft sinnvoll. UV-Strahlung hängt nicht von der Temperatur ab und erreicht die Haut auch an kühlen und leicht bewölkten Tagen. Besonders im September, an sonnigen Herbsttagen und in den Bergen kann sie noch so stark sein, dass Kinder und Erwachsene geschützt werden sollten.

Die warmen Sommertage neigen sich dem Ende zu. Die Luft wird kühler, die Tage werden kürzer. Viele denken jetzt: Endlich kein Eincremen mehr! Doch ganz so einfach ist es nicht. Auch wenn die Sonne nicht mehr so intensiv scheint wie im Hochsommer, ist UV-Strahlung weiterhin vorhanden und kann die Haut belasten.

Wie stark ist UV-Strahlung im Herbst?

Wie stark die UV-Strahlung ist, zeigt der UV-Index. Ab einem UV-Index von 3 empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz Sonnenschutz. Diesen Wert erreicht die Strahlung in Deutschland im September häufig, an sonnigen Tagen auch noch im Oktober und in den Bergen oft noch später im Jahr.

  • UV-Strahlung hängt nicht von der Temperatur ab: Ob es warm oder kühl ist, sagt nichts über die UV-Strahlung aus. Bei leichter Bewölkung erreichen bis zu 80 % der UV-Strahlung die Erde.
  • UVA-Strahlung ist das ganze Jahr da: Die langwelligen UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein. Sie schwanken über das Jahr weniger stark als UVB-Strahlen, tragen zur vorzeitigen Hautalterung bei und fördern Pigmentflecken. Kinderhaut ist dünner als die Haut von Erwachsenen und braucht deshalb besonderen Schutz.
  • Höhe und Reflexion verstärken die Strahlung: Wer im Herbst wandern geht, sollte bedenken, dass die UV-Strahlung pro 1.000 Höhenmeter um etwa 10 % zunimmt. Auch Wasser und erster Schnee reflektieren die Strahlung.

Welche Irrtümer gibt es beim Sonnenschutz im Herbst?

Rund um den Sonnenschutz in der Übergangszeit halten sich einige Irrtümer. Hier klären wir die typischen auf.

Der Irrtum Was stimmt Unser Tipp
„Es ist kühl und bewölkt, da brauche ich keinen Schutz.“ Bei leichter Bewölkung kommen bis zu 80 % der UV-Strahlung durch. Die Temperatur hat keinen Einfluss auf die UV-Strahlung. Schau auf den UV-Index statt auf das Thermometer. Ab UV-Index 3 ist Sonnenschutz sinnvoll.
„Meine Sommerbräune schützt mich noch.“ Bräune ist eine Reaktion der Haut auf UV-Schäden. Ihr Eigenschutz entspricht nur etwa LSF 2 bis 4. Auch gebräunte Haut braucht Sonnenschutz mit passendem LSF.
„Im Herbst reicht ein niedriger LSF.“ Der UV-Index kann auch im Herbst noch hoch sein, zum Beispiel in den Bergen. Für Kinder mindestens LSF 30, besser LSF 50+. Erwachsene können im Alltag oft auf LSF 15 bis 30 setzen, bei Ausflügen auf LSF 30 bis 50+.

Wie schützt du deine Haut im Spätsommer und Herbst?

1. Mach Sonnenschutz zur Routine: Behalte den UV-Index im Blick, zum Beispiel über eine Wetter-App. An Tagen mit UV-Index 3 oder höher gehört Sonnenschutz zur Morgenroutine. Bei Kindern ist das Eincremen von Gesicht, Ohren und Händen dann einfach Teil des Anziehens. Für das Gesicht eignet sich zum Beispiel unsere Gesichtssonnencreme.

2. Wähl den passenden Lichtschutzfaktor: Für Kinder empfehlen wir auch im Herbst mindestens LSF 30, besser LSF 50+, denn empfindliche Kinderhaut ist dünner und reagiert schneller auf UV-Strahlung. Für Erwachsene genügt im Herbstalltag oft LSF 15 bis 30. Für Wanderungen, lange Spielplatzbesuche oder Ausflüge in die Berge solltest du zu LSF 30 bis 50+ greifen.

3. Denk an die Sonnenterrassen: Gesicht, Hals, Dekolleté, Handrücken und bei Kindern auch die Ohren sind meist unbedeckt und brauchen besondere Aufmerksamkeit.

4. Setz auf Kleidung: Eine leichte Mütze oder Kappe, langärmlige Kleidung und eine Sonnenbrille mit UV-Filter sind ein einfacher Basisschutz.

5. Creme regelmäßig nach: Auch im Herbst wird Sonnenschutz durch Schweiß, Reibung an der Kleidung oder Abtrocknen abgetragen. Creme deshalb etwa alle zwei bis drei Stunden und nach dem Toben nach. Wichtig: Nachcremen erhält den Schutz, verlängert die Schutzzeit aber nicht.

Fazit

Auch wenn die Sonnenstrahlen im Herbst sanfter erscheinen, bleibt unsere Haut das ganze Jahr über der UV-Strahlung ausgesetzt. Wer denkt, dass mit dem Sommer auch der Sonnenschutz endet, riskiert unbewusst langfristige Hautschäden wie vorzeitige Alterung, Pigmentflecken und erhöht das Hautkrebsrisiko – und das muss nicht sein!

Sonnenschutz ist kein reines Sommer-Thema, sondern eine essentielle Gesundheitsvorsorge für jede Jahreszeit. Besonders für Kinder ist dieser konsequente Schutz unverzichtbar. Indem wir unsere Haut und die unserer Kleinen ganzjährig schützen, investieren wir in ihre langfristige Gesundheit und ein unbeschwertes Leben an der frischen Luft.

Es gilt also: Achten Sie nicht nur auf den Schutz im Moment, sondern geben Sie Ihrer Haut eine langfristige Unterstützung. Und jetzt wünsche ich Ihnen einen wunderbaren, gut geschützten Spätsommer!

Eure Hebamme Anna

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