Neurodermitis: Symptome und Behandlung

Neurodermitis, auch bekannt als atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem, ist eine chronische, nicht ansteckende Hautkrankheit. Typisch sind trockene Haut, entzündete Hautstellen und starker Juckreiz.

Was ist eine Neurodermitis?
Neurodermitis, auch atopisches Ekzem, ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit, die in Schüben auftreten kann. Bei einem Teil der Betroffenen bestehen zusätzlich Allergien. Ob bestimmte Allergene oder andere Reize Schübe verstärken, ist individuell unterschiedlich.
Bei einem Neurodermitis-Schub entstehen entzündliche Hautreaktionen, die häufig mit starkem Juckreiz verbunden sind. Eine erbliche Veranlagung kann das Risiko für Neurodermitis erhöhen. Ob die Erkrankung auftritt, hängt auch von weiteren Faktoren ab. Welche Einflüsse einen Schub verstärken, ist individuell unterschiedlich. Mögliche Einflussfaktoren sind:
- Stress, psychische Anspannung
- Ärztlich bestätigte, für die Beschwerden relevante Lebensmittelallergien
- Allergien
- Trockenheit, Schwüle, Kälte
- Hormonschwankungen
- Hautreizungen durch Reinigung oder individuell unverträgliche Pflege
Für Eltern sind die ersten Anzeichen von Neurodermitis bei ihren Kindern meist ein großer Schreck! Doch oft ist bei Babys und Kleinkindern nur vom Kinder- oder Hautarzt zu erkennen, ob es sich wirklich um eine zu behandelnde Neurodermitis handelt. Eltern sollten deswegen bei den ersten Anzeichen atopischer Ekzeme unbedingt ärztlichen Rat aufsuchen.
Besprich die Reinigung und Pflege der Haut deines Kindes mit deiner Kinderärztin, deinem Kinderarzt oder einer hautärztlichen Praxis. Welche Produkte passen, hängt vom Hautzustand und der individuellen Verträglichkeit ab. Informationen zu unserem Pflegesortiment findest du im Shop. Kosmetische Pflege ersetzt keine medizinische Behandlung.
Symptome einer Neurodermitis bei Babys und Kindern: erste Anzeichen
Die Symptome einer Neurodermitis variieren von Patienten zu Patienten. So kann auch das Alter eine Rolle bei der Ausprägung der Symptome spielen. Betroffene Stellen am Körper sind vor allem das Gesicht, Hände, Kopfhaut sowie Kniebeugen und Ellenbogen. In Ausnahmefällen entstehen auch Ekzeme am Auge. Bei einer Neurodermitis treten folgende Symptome auf:
- Trockene, entzündlich gerötete Hautstellen
- Schuppige Haut
- Starker Juckreiz
- Entzündungen
- Knötchen und Pusteln
Bei Babys können sich trockene, gerötete und juckende Hautstellen unter anderem an der Kopfhaut zeigen. Nässende oder verkrustete Veränderungen werden auch als Milchschorf bezeichnet. Milchschorf bedeutet nicht automatisch, dass ein Kind Neurodermitis hat. Er kann mit Kopfgneis verwechselt werden. Lass die Hautveränderungen kinderärztlich oder hautärztlich untersuchen, statt selbst eine Diagnose zu stellen.
Je älter das Kind wird, desto ausgeprägter kann die Hautkrankheit werden. Ist sie im Laufe der Zeit nicht zurückgegangen, so leidet das Kind mitunter an juckender Haut im Nacken und an den Gelenkbeugen. Kniekehlen und Ellenbogen sind vorrangig von Neurodermitis betroffen. Diese sogenannten Beugenekzeme können sich zudem auf das Gesäß, Oberschenkel und Fußrücken ausweiten.
Neurodermitis tritt häufig bereits im Kindesalter auf. Die Beschwerden können sich im Lauf der Jahre bessern, aber auch fortbestehen oder später erneut auftreten. Der Verlauf ist individuell unterschiedlich.


Wie kannst du dein Kind im Alltag unterstützen?
Wenn dein Baby oder Kleinkind möglicherweise Neurodermitis hat, lass die Beschwerden kinderärztlich oder hautärztlich abklären. Die Behandlung richtet sich nach Alter, Hautzustand und Schweregrad. Regelmäßige Basispflege ist ein Bestandteil des ärztlich abgestimmten Vorgehens, garantiert aber keine Beschwerdefreiheit. Entzündete Ekzeme können zusätzlich eine medikamentöse Behandlung benötigen.
Besprich mit der behandelnden Praxis, wie du die Haut deines Kindes im Alltag reinigen und pflegen kannst. Halte Bäder oder Duschen kurz und verwende lauwarmes Wasser. Achte auf individuell verträgliche, möglichst parfümfreie Pflege und meide bekannte persönliche Kontaktallergene. Das Fehlen einzelner Inhaltsstoffe garantiert keine Verträglichkeit. Informationen zu unserem Pflegesortiment und zum Inhaltsstoff Nachtkerzenöl dienen der Orientierung, nicht als Empfehlung zur Behandlung von Neurodermitis.
Ob Baden oder Duschen angenehmer ist, hängt vom Hautzustand und der individuellen Verträglichkeit ab. Vermeide heißes Wasser und lange Waschzeiten. Wähle Kleidung, die nicht scheuert und sich für dein Kind angenehm anfühlt, zum Beispiel weiche Baumwolle. Wasche neue Kleidung vor dem ersten Tragen. Überwärmung und Schwitzen können Juckreiz verstärken. Kurze, glatte Fingernägel können das Verletzungsrisiko beim Kratzen verringern.
Wie wird Neurodermitis ärztlich behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad, Alter, betroffenen Hautstellen und bisherigem Verlauf. Zur Basispflege kommen bei Bedarf entzündungshemmende Arzneimittel hinzu. Wirkstärke, Anwendungsdauer und geeignete Präparate legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest. Bei schweren Verläufen kommen individuell ausgewählte systemische Therapien infrage. Diese Übersicht ersetzt keine ärztliche Beratung.
Häufig gestellte Fragen
Babyakne oder Neurodermitis?
Kleine Pickel oder Pusteln kurz nach der Geburt können Babyakne sein. Sie bildet sich häufig von selbst zurück. Neurodermitis geht dagegen häufig mit trockener, entzündeter Haut und Juckreiz einher. Aus dem Aussehen allein lässt sich keine sichere Diagnose ableiten. Lass unklare, anhaltende oder sich verschlimmernde Hautveränderungen kinderärztlich untersuchen.
Wie erkenne ich, ob ich Neurodermitis habe?
Trockene, gerötete und stark juckende Hautstellen können auf Neurodermitis hinweisen. Sie können aber auch andere Ursachen haben. Neurodermitis kann bereits im Säuglingsalter auftreten, beginnt jedoch nicht bei allen Betroffenen zur gleichen Zeit. Lass die Diagnose ärztlich stellen.
Was löst Neurodermitis aus?
Eine erbliche Veranlagung kann das Risiko für Neurodermitis erhöhen. Hinzu kommen weitere Einflussfaktoren. Beispielsweise können Hautreizungen, Stress oder individuell relevante Allergene Beschwerden verstärken. Nicht jede Person mit Neurodermitis hat eine Allergie, und nicht jedes Allergen löst einen Schub aus.
Soll ich bei einer Neurodermitis auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten?
Eine pauschale Neurodermitis-Diät wird nicht empfohlen. Wenn du einen Zusammenhang mit bestimmten Lebensmitteln vermutest, lass ihn ärztlich abklären. Verzichte insbesondere bei Kindern nicht ohne gesicherte Diagnose und fachliche Begleitung auf Lebensmittel. Ein positiver Allergietest allein beweist noch keine für die Beschwerden relevante Lebensmittelallergie.
Was unterscheidet Neurodermitis von trockener Haut?
Neurodermitis ist eine chronische, entzündliche Hautkrankheit, die häufig mit starkem Juckreiz und Ekzemen einhergeht. Trockene Haut allein bedeutet nicht, dass Neurodermitis vorliegt. Feuchtigkeitspflege kann trockene Haut pflegen. Bei Neurodermitis gehört Basispflege zum ärztlich abgestimmten Vorgehen; entzündete Ekzeme benötigen häufig zusätzlich ärztlich verordnete Arzneimittel.
Was kann ich tun, wenn ich Neurodermitis bei meinem Kind vermute?
Lass die Hautveränderungen deines Kindes kinderärztlich oder hautärztlich untersuchen. Notiere bei Bedarf, wann Beschwerden auftreten und welche Veränderungen dir auffallen. Ob weitere Untersuchungen oder ein Symptomtagebuch sinnvoll sind, besprichst du mit der behandelnden Praxis.
Welche Pflege bei Neurodermitis?
Stimme die Basispflege mit der behandelnden Praxis ab. Die Auswahl richtet sich nach dem aktuellen Hautzustand und der individuellen Verträglichkeit. Kosmetische Pflege dient der Pflege trockener, empfindlicher Haut und ersetzt keine ärztliche Behandlung entzündeter Ekzeme.
Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden hole kinderärztlichen oder hautärztlichen Rat ein.

